Ein Fernstudium kann Ihr berufliches Weiterkommen deutlich beflügeln ...

Fernstudium - es geht auch ohne

Die Allgemeine Hochschulreife – das Abitur – befähigt zum Studium an Universitäten und Hochschulen. Und das international, denn das deutsche Abitur wird fast überall als Zugangsberechtigung anerkannt. Im Jahr 2007 erwarben 432.500 Schüler die Hochschul- oder Fachhochschulreife. Das waren 4,2 Prozent mehr als im Vorjahr (2006: 412.800) – lediglich in Berlin, Sachsen und Thüringen waren die Zahlen rückläufig. Die Anzahl der Abschlüsse verteilt sich in Deutschland auf Allgemeine Hochschulreife 24,1 Prozent, Fachabitur 1,3 Prozent, Realschulabschluss 41,6 Prozent und Hauptschulabschluss 24,8 Prozent. Ohne Abschluss gehen 8,2 Prozent von der Schule ab (Zahlen von 2006).

Wer also sein Abitur macht, befindet sich in der zweitgrößten Gruppe (Allgemeine Hochschulreife plus Fachabitur) und dem eröffnen sich mit seinem Abschluss viele Ausbildungsmöglichkeiten und das nicht nur in Deutschland. Aber was vielen nicht bekannt ist: Man kann auch ohne Abitur studieren.

In Deutschland gibt es verschiedene Angebote der Weiterqualifizierung, die sich auch an Berufstätige oder Bildungswillige auch ohne Abitur wenden. Die genauen Konditionen sind von Bundesland zu Bundesland verschiedenen, denn für alle Bildungsfragen sind die Länder zuständig. Für viele Angebote bestehen aber abgesehen von der Frage Abitur ja oder nein, andere Zugangsvoraussetzungen. Einige setzen zum Beispiel einen Realschulabschluss voraus (unter anderem Gesamthochschulen), sodass Hauptschüler zunächst erst einmal einen solchen nachholen müssen, bevor sie sich für ihr Studium einschreiben dürfen. Wer vor dieser Entscheidung steht, sollte überlegen, ob er dann nicht doch gleich einen Versuch startet, stattdessen direkt das Abitur nachzuholen. Denn mit dem Abitur in der Tasche gibt es dann keine Einschränkungen mehr bei der Wahl des Studienfachs oder der Hochschule.

Während es Fächer – wie zum Beispiel Medizin – gibt, die auf keinen Fall und nirgendwo in Deutschland ohne Abitur studiert werden können, entscheiden bei einigen künstlerischen Studiengängen heutzutage ausschließlich Zugangsprüfungen über die Zulassung – und nicht mehr der Schulabschluss. Für manche Fächer kann man sich an einigen Hochschulen direkt bewerben, sie vergeben "Wildcards", auch an Bewerber ohne Abitur. Wer dann erst einmal diesen Studiengang durchlaufen und erfolgreich abgeschlossen hat, lässt vergessen, dass er das durch einen dieser begehrten und scherzhaft als "Lucky Loser"-Plätze bezeichneten Studienplätze erreicht hat. Besonders gute Chancen haben (nicht nur) hier Bewerber, die bereits eine Berufsausbildung und eine gewisse Praxis auf dem jeweiligen Gebiet vorweisen können.

Wer sich qualifizieren oder beruflich verändern will oder einfach nur für ein bestimmtes Thema ein besonderes Interesse aufbringt, der findet viele Bildungsmöglichkeiten. Ein Studium ist eine davon und steht also auch Bewerbern ohne Abitur offen. Wer ein klares Ziel hat, sollte also allem Dünkel zum Trotz diese Möglichkeit auch ausschöpfen. Wenn eine langfristige Weiterbildung geplant ist, sollte aber immer auch ernsthaft in Betracht gezogen werden, erst einmal das Abitur nachzuholen, denn wer an einem Vollstudium an einer deutschen Universität interessiert ist, kommt um die Erlangung der Allgemeinen Hochschulreife nicht herum beziehungsweise muss doch mit vielen Einschränkungen rechnen. Aber auch an anderen Bildungseinrichtungen ist die Auswahl an Kursen und Abschlüssen insgesamt größer für Interessenten mit Abitur. Genau hinschauen sollte man auf jeden Fall auf die Qualifizierung der Anbieter, die einen ja selbst qualifizieren sollen. Sie sollten zum Beispiel ein Siegel von der AQAS (Agentur für Qualitätssicherung durch Akkreditierung von Studiengängen) haben. Für den weiterbildenden Fernunterricht ist die ZFU (Zentralstelle für Fernunterricht) zuständig, die in Zweifelsfällen Auskünfte erteilen kann.